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TU Berlin

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Projektphase 2: 2020-2022

Bewertungskriterien für Sanierungsfall TU Berlin und HTW Berlin
Lupe

Nach Abschluss der ersten Projektphase, in der verschiedene Fenstertypen energetisch, wirtschaftlich und soziologisch untersucht wurden, wird in der zweiten Projektphase der Fokus auf Kastenfenster gesetzt. Dies ist notwendig, weil insbesondere aus energetischer und sozioökonomischer Sicht, das Kastenfenster gut abgeschnitten hat, während es wirtschaftlich aufgrund verschiedener Sanierungsstände und -methoden schwer zu bewerten ist. Vor diesem Hintergrund wurde es außerdem als wesentlich erachtet, auch den gesamten Lebenszyklus des Kastenfensters detaillierter zu betrachten.

Energetische Betrachtung

Im energetischen Teilprojekt wiesen das Kastenfenster sowie das Kastenfenster mit Mehrfachisolierglas (MIG) im Vergleich zu den anderen Verglasungsarten und bei verschiedenen Himmelsausrichtungen die geringsten Energieverbräuche auf. Dies war im Vorfeld der Untersuchungen so nicht zu erwarten und weist somit weiteres Forschungspotential auf. Des Weiteren weisen die aktuellen Messwürfel ein geringes Raumvolumen im Verhältnis zur Fensterfläche auf, was zu Verzerrungen zum tatsächlichen Verhalten führen könnte. In der zweiten Projektphase werden daher diese beiden Verglasungsarten sowie die 2-fach-Isolierverglasung als Referenz in einen Realraum mit wirklichkeitsnahem Verhältnis zwischen Fenster- und Raumfläche (laut Berliner Landesbauordnung 1/8 Fensterfläche zu Raumfläche) überführt. Somit werden ungünstige Speicherkapazitäten und unrealistische Reflexionen der Einstrahlung an Wänden und Boden vermieden und man kann ausschließen, dass bestimmte Verglasungsarten begünstigt werden. Parallel zu den Untersuchungen im Realraum laufen die Untersuchungen an den Testwürfeln weiter, um diese Ergebnisse unter den gleichen äußeren Bedingungen miteinander vergleichen zu können. Zusätzlich werden weitere, bisher nicht berücksichtigte Verglasungsarten untersucht. Abschließend werden die Ergebnisse wieder mit Simulationsergebnissen validiert. Mithilfe der Simulationssoftware können dann auch längere Zeiträume (Jahresverlauf) betrachtet werden. Zusätzlich zu der messtechnischen Untersuchung wird in einem weiteren Arbeitspaket eine Ökobilanz (Lebenszyklusanalyse LCA) der verschiedenen Verglasungsarten durchgeführt, also eine systematische Analyse sämtlicher Umweltwirkungen während der Produktion, Nutzungsphase und der Entsorgung des Produkts sowie der damit verbundenen vor- und nachgeschalteten Prozesse. Um die Vielfalt der Maßnahmen für die Instandsetzung von Kastenfenstern, die in der Praxis eingesetzt werden, zu berücksichtigen, wird ein repräsentativer Vergleich von Sanierungsvarianten aufgestellt. Hierfür wird in Zusammenarbeit mit Handwerksfirmen ein definierter Schadens-/Sanierungsfall betrachtet und energetisch sowie bauphysikalisch über die Simulationstools verglichen. Diese definierten Sanierungsfälle werden parallel im ökonomischen Teilprojekt aus wirtschaftlicher Sicht analysiert.

Ökonomische Betrachtung

Die Vielfalt der Kastenfenster und der angebotenen Sanierungsmethoden erschwerte in der ersten Projektphase eine pauschale Aussage zu Kosten und Langzeitergebnissen. Auch bleibt aus den bisherigen Untersuchungen oft unklar, wann die untersuchten Fenster ursprünglich eingebaut wurden und wie viele Instandhaltungen zuvor stattgefunden haben. Dadurch war keine eindeutige Aussage dazu möglich, wie lange und unter welchen Bedingungen Kastenfenster tatsächlich genutzt und erhalten werden können. In der zweiten Projektphase wird das Kastenfenster daher jenseits der Baukosten zum Zeitpunkt der baulichen Maßnahme betrachtet, um Aspekte der Langlebigkeit, Sanierbarkeit und demzufolge der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. In Zusammenarbeit mit mindestens fünf Handwerksunternehmen werden anhand von Angeboten für einen gleichen Schadens-/Sanierungsfall bei einem Standard-Kastenfenster vergleichbare Kostendaten gewonnen. So können die Kosten der unterschiedlichen Sanierungsmethoden zunächst zum Zeitpunkt der Ausführung verglichen werden. Diese Varianten werden parallel vom Projektpartner HTW Berlin energetisch und bauphysikalisch bewertet. Die gewonnenen Kostendaten werden über abgeschlossene Projekte validiert. Hier dient ein Rückblick über einen Zeitraum von min. 5 Jahren der Gewinnung von Langzeitdaten. Aus den tatsächlichen Instandhaltungs- und Sanierungszyklen abgeschlossener Projekte sollen dann die Kosten in Hinblick auf den gesamten Lebenszyklus betrachtet und vergleichbar dargestellt werden. Interviews mit den ausführenden Firmen sowie anderen Beteiligten (Eigentümer, Verwalter, Nutzer) sollen weitere Informationen zu den Sanierungsmethoden liefern. Darüber hinaus werden auch mietrechtliche Aspekte, die sich auf die Sanierungsmaßnahmen auswirken, betrachtet. Hieraus können im Anschluss Qualitäten und Haltbarkeit, sowie der Wartungs- und Instandhaltungszyklus der Sanierungsvarianten verglichen werden.

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